Wiederum sind es Delia Giezendanner und Nicola Müller, die an der heutigen Mitteldistanz die Herzen der Schweizer Ski-OL Fans höherschlagen lassen. Mit ihrem heutigen vierten Rang verbessert Delia Giezendanner ihr gestriges Resultat sogar noch um einen Rang und verpasst das Podest um nur 11 Sekunden. Nicola Müller bei den Herren Elite präsentiert ein überzeugendes Rennen und bringt einen fünften Rang ins Ziel. Die grösste Herausforderung aus Schweizer Sicht scheint eine Routerwahl zu Beginn des Wettkamps (Posten 3) gewesen zu sein.
Freudige Überraschung liest sich aus Giezendanners Analyse. Die Bündnerin absolviert die 8km lange Mitteldistanz in 36:46 und läuft damit auf den 4. Rang hinter Anna Ulvensoen (Nor), Linda Lindkvist (Swe) und Magdalena Olsson (Swe). «Mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden, mit dem Lauf auch einigermassen», berichtet Giezendanner von ihrer physischen Topform. Das «einigermassen zufrieden» mit dem Lauf erklärt sich durch die misslungene Routenwahl zum dritten Posten.


Mit blossen 11 Sekunden, die Giezendanner aufs Podest verliert, überrascht es nicht, dass sich der Freude über das gelungene Rennen auch eine Prise Ärger beimischt. Morgen an der, die Weltcuprunde abschliessenden, Langdistanz darf Giezendanner und ihre Teamkolleginnen und Kollegen nochmals zeigen, was sie können. Wer das nicht verpassen möchte, findet die Liveresultate ab morgen, Sonntag, 10.00
hier.
Auch Eliane Deininger und Flurina Müller zeigen starke Rennen. Deininger platziert sich auf dem elften Rang. Flurina Müller übertrifft ihr gestriges Resultat und läuft als 14. in die Top 15. Das Resultat überrascht Müller, die mit einem unfokussierten Gefühl unterwegs war, positiv. Trotz ihres guten Resultates ist Deininger nur so halb überzeugt von ihrer Leistung heute. Auch sie hatte mit der Route zum dritten Posten zu kämpfen und es schlichen sich einige andere kleiner Fehler ein.
Dass gleich drei Schweizerinnen an einem Weltcup in die Top 15 laufen, war vor einigen Jahren noch kaum denkbar und zeigt eine sehr erfreuliche Entwicklung des Teams.
Die im Weltcup als 33 platzierte Elin Neuenschwander bestätigt ihren gestrigen zehnten Rang an der U23 WM. Mit einem physisch besseren Gefühl als am Sprint und wenigen verpatzen Routenwahlen zeigt sich die U23 Athletin zufrieden.
Bei den Herren setzt sich der Norweger Styrk Kamsvaag mit knappem Marginal vor seinem Landsmann und gestrigen Sieger Jörgen Baklid durch. Vervollständigt wird das Podest vom Finnen Pyry Riissanen, der im engen Kampf ums Podest nur 8 Sekunden Rückstand auf Kamsvaag kassiert. Nicola Müller läuft auf den 9.4km eine Zeit von 37:52 und erreicht damit einen zufriedenstellenden 5. Rang. «Ich musste mich von Beginn weg zwingen, schnell zu laufen. Der Ski hat meinem Gefühl nach auch nicht ganz gepasst. Nach dem Überlauf war ich wohl so blau, dass ich dann zwei drei kleinen Fehlern gemacht habe. Ich hatte heute einfach nicht den besten Tag, dafür bin ich aber mit der Platzierung sehr zufrieden», analysiert Müller.
Corsin Müller, in der Weltcupwertung 16ter, holt sich als viert schnellster U23 Athlet ein Diplom der U23 Weltmeisterschaften. Aufs U23-Podest fehlen dem Einsiedler nur 7 Sekunden. Zu Beginn seines Wettkampfes findet Müller bei der Analyse einige verschenket Sekunden. Es sei wieder ein hartes Rennen gewesen, durch das er sich aber erfolgreich gekämpft hat. Der jüngste im Team platziert sich damit als zweitbester Schweizer drei Ränge vor Gion Schnyer, der 19. wird. Schnyder ist mit technischen Aspekten und seiner Umsetzung im heutigen Lauf zufrieden. Die im Vergleich zu Vorjahren bisher ausbleibenden Topresultate führt der firschgebackene Vater auf die Trainingsdefizite um die Geburt seines Sohnes zurück, kann erfreulicherweise aber über eine sich verbessernde Form berichten.
Gian Andri Müller, 6. in der U23-Weltmeisterschaft und 23. im Weltcupwettkampf zeigt sich eher enttäuscht: «Ich habe mich physisch besser gefühlt als gestern. Ich konnte pushen, aber ich nahm zu viele dumme Routen und habe kleine Fehler gemacht. Es wäre mehr drin gelegen.»
«Ich bin solid gestartet», berichtet Daniel Gräzer. Doch auch er wird enttäuscht. Ein Stockbruch bereits früh im Rennen verhindert die ohne Materialpech möglichscheinende Top 20 Platzierung. Bis zum Überlauf muss sich der Studener mit einem Stock durchkämpfen, verliert dadurch wertvolle Zeit und Kraft und platziert sich schliesslich auf Rang 36.
Andrin Bieri, unzufrieden mit seiner physischen Form und aufgrund des frühen Startplatzes dazu verurteilt die Schnittspuren für seine Konkurrenten vorzubereiten, rangiert sich als 46ster einen Rang hinter seinem Teamkollegen Andri Jordi, der 45ter wird.
Text: Lea Widmer, Fotos: Andrin Bieri
