Nicola Müller: Sieger HE


26 ski ol buerchen sprint 794
Eliane Deininger: Siegerin DE

Die Region Moosalp lud an diesem Wochenende zum ersten Mal überhaupt zur Ski-OL Schweizermeisterschaft im Sprint (heute Samstag) und über die Langdistanz (morgen Sonntag). Das als OL-Bijou bekannte Gebiet Eggwald-Hellela wartete knapp 1000 Höhenmeter über der schneefreien Visper Talsohle mit überraschend kompakter Schneedecke und einem für Schweizer Ski-OL ungewöhnlich dichten Spurnetz auf. Gut hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer liessen sich diese Gelegenheit nicht entgehen und drehten genüsslich ihre Runden vor wunderbarer Bergkulisse.

In den Elitekategorien bestätigte sich bei langsamen Bedingungen das Bild das sich in den letzten Jahren abzuzeichnen begonnen hatte. Nicola Müller und Eliane Deininger konnten ihren Favoritenrollen gerecht werden und gewannen mit einem Vorsprung von 18 bzw. 13 Sekunden. Müller setzte sich dabei auch gegen die finnische Konkurrenz in Form von Tuomas Outinen und Niklas Ekström durch, denen sich die Schweizer Delegation an den Selektionsläufen in Finnland anfangs Dezember noch regelmässig und meist klar hatte beugen müssen. Er beschreibt ein fehlerfreies Rennen, habe aber etwas gebraucht, um in den Flow zu finden, was sich in einem Rückstand von bereits 16 Sekunden beim dritten Posten ausdrückte. Danach blieb der Kampf zwischen Eckström und Müller eng, schlussendlich gab es dann aber keine Diskussionen, wer wo auf dem (kunstvoll aus Schnee präparierten) Podest Aufstellung nehmen durfte. Auf Müller und Eckström folgte schliesslich Andri Jordi, der sich nach einem halben Jahr Austausch im norwegischen Trondheim zufrieden zeigte, die dort gemachten Erfahrungen in der Schweiz in Edelmetall giessen zu dürfen. Da Eckström und Outinen auf dem vierten Platz als Ausländer nicht medaillenberechtigt waren, konnte auch Gion Schnyder als fünfter eine weitere SM-Medaille in seine beachtliche Sammlung aufnehmen.

Bei den Damen Elite war das Feld wie wir uns das leider gewohnt sind, etwas weniger tief, aber nicht von minderer Qualität. Siegerin Deininger meinte, ihr sei ein solides Rennen gelungen, das sie sehr genossen habe: "Ich wusste immer, wann ich Vollgas geben konnte und wann ich etwas aufpassen musste." Eine Schnittspur im waldigen Teil der Bahn - von denen es heute viele gab - bewertete sie als schlecht, das konnte Delia Giezendanner auf dem zweiten Platz aber nicht mehr zu ihrem Vorteil nutzen. Giezendanner war Deininger im Startteil dicht auf den Fersen, hatte dann aber zwei holprige Abschnitte zu verzeichnen, die sie bis ins Ziel nicht mehr ausbessern konnte. Flurina Müller konnte sich schliesslich erfolgreich gegen die mehrfache Weltmeisterin Daisy Kudre-Schnyder verteidigen, die auf der Moosalp als frische Mutter ihr Ski-OL Comeback gab, und sicherte sich mit einem gelungenen Schlussteil den dritten Rang.

Morgen folgt eine Langdistanz, die bei ähnlich stumpfen Bedingungen alles von den Läuferinnen und Läufern abverlangen wird und sich damit als würzige Vorspeise für Bulgarien präsentiert, wo in den kommenden Tagen die erste Weltcuprunde der Saison über die Bühne gehen wird.

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Text: Andrin Bieri, Fotos: Martin Jörg