Die grösste OL-Staffel der Welt, die Venla- und Jukolastaffel machte in diesem Jahr im Süden Finnlands halt. An der Küste 100km östlich von Helsinki traf sich die Weltelite, aber auch der Breitensport in Kotka zum Showdown.
Kotka, eine Stadt mit rund 50'000 Einwohnenden, dem grössten Exporthafen Finnlands und einer Fläche von rund 950 km2 (davon aber nur rund ein Viertel Land) wurde während zwei Tagen mit 25'000 zusätzlichen Personen in Beschlag genommen. Mit über 1500 Teams an der Venla (4 Frauen pro Staffel) und über 1800 Teams an der Jukola (7 Läufer*innen pro Staffel) sorgte der Anlass einmal mehr für ein Teilnehmerfeld von über 19'000 Läuferinnen und Läufern.
Die Strecken mit Idealzeiten von 35 bis 85 Minuten für die Weltbesten werden von den Breitensportler*innen einiges langsamer absolviert, niemand beklagt sich aber darüber, sondern wächst an der Herausforderung. Der bekannte finnische Begriff SISU (Kampfgeist, Durchhaltevermögen) wird hier gelebt.
In diesem Jahr war die Aufgabe besonders anspruchsvoll: relativ flaches Gelände mit einer Äquidistanz von 2.5m kartiert, teilweise schlechte Sicht, detailarme Gebiete abwechselnd mit dichten, feincoupierten Partien forderten alles ab. Dazu kam pünktlich zum Start der Venla einsetzender Regen, der erst in der Mitte der Jukola aufhörte und für düstere Verhältnisse und eine längere Nacht sorgte, als vielen lieb war.
Die Vorjahressieger*innen brillierten erneut. Die schwedischen Teams von IFK Göteborg bei den Damen (ohne Simona Aebersold) und Stora Tuna bei den Herren gewannen erneut, Stora Tuna bereits zum siebten Mal in Serie! Sanna Fasth sorgte bei den Frauen auf der Schlussstrecke für die Entscheidung zugunsten von Blåvit, bei den Herren konnte Viktor Svensk in einem packenden Finale mit einer Tempoverschärfung auf den letzten Posten die führende Vierergruppe sprengen und jubelnd mit den Teamkollegen einlaufen.
Mit Schweizer Beteiligung liefen folgende Teams in die Top Ten:
Venla: 5. OK Linné (SWE) mit Annick Meister auf Strecke 1 und 6. Tampereen Pyrintö (FIN) mit Sofie Bachmann auf Strecke 3.
Jukola: 7. Tampereen Pyrintö mit Fabian Aebersold auf Strecke 6 und 9. OK Linné mit David Baumberger (Strecke 1) und Reto Egger (Strecke 5).
Die ol norska erzielte mit Rang 59 bei den Damen und den Herren das beste Resultat bei den Schweizer Teams.
Gesamthaft standen 17 Herren- und 10 Damenteams von Schweizer Vereinen am Start, was über 150 Personen entspricht. Auch da reichte das Spektrum von Eliteteams bis zum Breitensport.
Text: Matthias Niggli, Bild: Lars Rönnols, orientering.se


